Posts mit dem Label Regenzeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Regenzeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 6. November 2010

Merapi Ausbruch – Yogyakarta braucht Unterstützung

Als wir vor zwei Jahren den Merapi bestiegen, war uns bewusst, dass dies einer der aktivsten Vulkane der Erde ist. Wir liefen durch das Dorf am Fuße des Vulkans, kauften Obst und winkten den Kindergartenkindern, die uns freundlich anstrahlten.
Das Naturschauspiel ist für die Menschen vor Ort eine Katastrophe.

Alle Dörfer um den Vulkan sind heute bedeckt mit einer Zentimeterhohen Aschedecke, die alles verbrannte was die Menschen besaßen. Hunderte Bewohner sind gestorben oder auf der Flucht vor den Naturgewalten. Die Grenzen der Gefahrenzone reichen an die Stadtgrenzen von Yogyakarta heran und die hilfsmäßig eingerichteten Notunterkünfte am Stadtrand, mussten erneut evakuiert werden und weiter ins Zentrum verlegt werden.

Tausende Menschen mussten ihr zuhause verlassen um außerhalb der 2o Kilometerzone Schutz zu suchen. Momentan ist in Indonesien auch noch Regenzeit, was die Situation verschlimmert.

Am gestrigen Freitag nun schrieb mir unser guter Freund und früherer Mitbewohner Ardian, dass die Situation in der Stadt immer schlimmer wird und vor allem Kinder und alte Menschen unter den Umständen leiden. Er bat uns um Spenden, die direkt an die Opfer gehen.

Meine Überweisung ging heute Morgen raus und ich bitte auch euch, um eine Spende für die Opfer. Die Spenden gehen auf ein Sammelkonto in Deutschland und von dort direkt nach Yogya zu Ardian, der sich um die Verwendung vor Ort kümmert. Es gibt keine Organisation oder eine andere Institution über die das Geld versickern könnte, sondern kommt direkt an bedürftigen Menschen.

Aktion beendet! Herzlichen Dank für Eure Unterstützung! Ardian hat auf Facebook schon Bilder von den durch die Spenden gesammelten Hilfsgütern hochgeladen. Ich werde Sie alsbald auch hier im Blog veröffentlichen! :)

Was könnt ihr tun?


1. Der schnellste Weg der Überweisung ist der über mein Paypal-Konto
Ich werde das Geld sofort an Marlene Mlynek (sie ist vor Ort in Yogya) überweisen, von Ihrem Konto geht die Überweisung gesammelt an Ardian (durch die Sammelüberweisung reduzieren wir die Transfergebühren (15 Euro) der Bank auf ein Minimum.) > Sicher Geld senden mit Paypal.


2. Bitte schickt anderen Leuten den Link zu dieser Seite und berichtet ihnen von der Situation. Freunde, Familie und Menschen mit einem Bezug zu Asien werden die Situation verstehen und wissen, dass sie helfen können.

Herzlichen Dank für eure Unterstützung!
Euer Albert

Freitag, 21. November 2008

Ein guter Morgen

Eine Horde pubertierender Zwanzigjähriger hat mich heute Morgen aus dem Bett geschmissen. Sarah hat sich mal wieder mit ihrer Entrepreneur-Gruppe getroffen und natürlich bei uns in F4 und um neun Uhr samstags morgens. Entrepreneurship ist der einzige Kurs den wir zusammen haben. Für Sarah heißt es nun im Kreis auf dem Boden sitzen und zuhören wie sich ihre Mädels auf Indonesisch unterhalten.
Nach fünf Stunden Schlaf bin ich etwas gerädert, aber eigentlich selbst schuld. Ich sitze von morgens bis abends am Rechner und bastle mit Photoshop. Damit habe ich auch schon die Frage vorweggenommen, was man macht, wenn es den ganzen Tag regnet.
Nach einem Frühstück mit Ardian, der auch schon wieder an seinen Bildern saß, habe ich mich ins Royal verzogen, meinem bevorzugten Internetcafè. Die Geräuschbelästigung hier ist nicht minder gering, aber immerhin bin ich online. Und, ich bin unvorbereitet. Wenn du hier nicht alles was du hochstellen willst, vorher geschrieben, angepasst und verbessert hast, dann vergiss es. Das dauert ewig. Wie gesagt, ein guter Morgen.
Warum kann ich bei Facebook meine Bilder eigentlich nicht per Drag-nd-Drop verschieben? Warum will die neu erstellte GIF-Datei nicht animiert auf dem Blog laufen? Warum kann ich keine Bilder hochladen, gleichzeitig E-Mails checken und im StudiVZ Mails beantworten? Warum? Ahhh, ich dreh ab.

Freitag, 14. November 2008

Regenzeit und das Dach lebt

Bist du einer der Menschen, die nicht schlafen können, wenn undefinierbare Geräusche deine Umgebung erfüllen? Dann herzlichen Glückwunsch und Willkommen in deinem persönlichen Alptraum, hier. Denn haben wir uns doch an das leise Knattern der alten Dachbretter in der Trockenzeit gewöhnt, so konnte uns niemand auf die spezielle Geräuschkulisse der Regenzeit vorbereiten.

Als kleine Gedankenstütze: So wundervoll und groß unser geliebtes Heim F4 ist, so mag in den Augen manches Betrachters, etwas nicht unbedingt Unwichtiges in diesem Haus fehlen. Und zwar eine vierte Wand. Wir besitzen nur drei, was auf der einen Seite bedeutet, dass wir immer frische Luft genießen können, denn unser Wohnzimmer ist auch gleichzeitig unser Garten – oder umgekehrt? Auf der anderen Seite aber ist jedes Geschöpf Gottes, dass fähig eine circa zwei Meter hohe Mauer zu meistern, automatisch eingeladen dieses kleine Stückchen Eden mit uns zu teilen.

So verwandelt sich unser Zuhause spätestens nach Sonnenuntergang in einen grollenden, gurgelnden, vollbesetzten Tierzirkus, in dem jeder seine besten Geräusche und tollsten Tricks unter Beweis stellen möchte. Treten Sie näher meine Damen und Herren, bei uns finden Sie Ameisen aller Art (kleine, große, rote, braune, schwarze und seit neuestem fliegende), kreischende Vögel, hüpfende Mäuse, tanzende Spinnen, und grellbunte Frösche und ihre Kröten. Zu unseren Hauptattraktionen aber gehören fette Kakerlaken, die sich im Laufe der Evolution wohl dazu entschlossen haben fliegen zu können. Dreißig Zentimeter lange Geckos, die - man höre und staune - sich angewöhnt haben, sich auf dem Klo menschengleich zu erleichtern. Blöd nur das sie nicht wirklich treffsicher sind. Holzwürmer, die es schaffen die Garnitur, auf der man sitzt, unter dem Hintern wegzufressen. Katzen, die sich auf Synchronmaunzen spezialisiert haben, und mein persönlicher Favorit ein Tier ohne Gesicht und ohne Namen, das in kleinen Löchern lebt, von wo aus es Geräusche eines alten Internetmodems von sich gibt, die jedes menschliche Nervenkostüm zum bersten bringen.

Ob das schon alles ist? Nein, denn wie zu anfangs erwähnt, hat Wasser und somit Regen eine unvorstellbar belebende Wirkung auf Flora und Fauna. Außerdem ist manche Art Getier nun Obdachlos, da ihr eigenes Heim überflutet. Fazit: Sie sind hier! Und Sie sind sehr groß! Und sehr laut! Und wollen sich durch die Decke in mein Zimmer fressen. Aber keine Angst Kameraden, tapfer stelle ich mich dem Kampf, bewaffnet mit Ohrstöpsel und Baygon (indonesisches Massenvernichtungsmittel gegen alles was gerne atmet).