Bist du einer der Menschen, die nicht schlafen können, wenn undefinierbare Geräusche deine Umgebung erfüllen? Dann herzlichen Glückwunsch und Willkommen in deinem persönlichen Alptraum, hier. Denn haben wir uns doch an das leise Knattern der alten Dachbretter in der Trockenzeit gewöhnt, so konnte uns niemand auf die spezielle Geräuschkulisse der Regenzeit vorbereiten.
Als kleine Gedankenstütze: So wundervoll und groß unser geliebtes Heim F4 ist, so mag in den Augen manches Betrachters, etwas nicht unbedingt Unwichtiges in diesem Haus fehlen. Und zwar eine vierte Wand. Wir besitzen nur drei, was auf der einen Seite bedeutet, dass wir immer frische Luft genießen können, denn unser Wohnzimmer ist auch gleichzeitig unser Garten – oder umgekehrt? Auf der anderen Seite aber ist jedes Geschöpf Gottes, dass fähig eine circa zwei Meter hohe Mauer zu meistern, automatisch eingeladen dieses kleine Stückchen Eden mit uns zu teilen.
So verwandelt sich unser Zuhause spätestens nach Sonnenuntergang in einen grollenden, gurgelnden, vollbesetzten Tierzirkus, in dem jeder seine besten Geräusche und tollsten Tricks unter Beweis stellen möchte. Treten Sie näher meine Damen und Herren, bei uns finden Sie Ameisen aller Art (kleine, große, rote, braune, schwarze und seit neuestem fliegende), kreischende Vögel, hüpfende Mäuse, tanzende Spinnen, und grellbunte Frösche und ihre Kröten. Zu unseren Hauptattraktionen aber gehören fette Kakerlaken, die sich im Laufe der Evolution wohl dazu entschlossen haben fliegen zu können. Dreißig Zentimeter lange Geckos, die - man höre und staune - sich angewöhnt haben, sich auf dem Klo menschengleich zu erleichtern. Blöd nur das sie nicht wirklich treffsicher sind. Holzwürmer, die es schaffen die Garnitur, auf der man sitzt, unter dem Hintern wegzufressen. Katzen, die sich auf Synchronmaunzen spezialisiert haben, und mein persönlicher Favorit ein Tier ohne Gesicht und ohne Namen, das in kleinen Löchern lebt, von wo aus es Geräusche eines alten Internetmodems von sich gibt, die jedes menschliche Nervenkostüm zum bersten bringen.
Ob das schon alles ist? Nein, denn wie zu anfangs erwähnt, hat Wasser und somit Regen eine unvorstellbar belebende Wirkung auf Flora und Fauna. Außerdem ist manche Art Getier nun Obdachlos, da ihr eigenes Heim überflutet. Fazit: Sie sind hier! Und Sie sind sehr groß! Und sehr laut! Und wollen sich durch die Decke in mein Zimmer fressen. Aber keine Angst Kameraden, tapfer stelle ich mich dem Kampf, bewaffnet mit Ohrstöpsel und Baygon (indonesisches Massenvernichtungsmittel gegen alles was gerne atmet).