„Ao what?“
„To Ao Nang.“
“Well, why not!”
Mitte August fuhr ich mit Annika in den Süden der Stadt, etwas wackelig und verängstigt vom Verkehr um uns herum, erreichten wir den Motorcycle-Guy. Damals holten wir ihren Roller ab, der sie für fast fünf Monate begleitete. Vorhin brachte ich ihren Roller dorthin zurück, denn seit heute Mittag sind Annika und Sarah auf dem Weg nach Manila auf den Philippinen. Und damit endet unsere gemeinsame Reise und ein neuer Abschnitt beginnt. Das Haus, das eben noch voller Menschen war, ist leer. Und so sind die meisten derjenigen, die wir kennengelernt haben mittlerweile weitergezogen oder bereits zurück in ihrer Heimat.
Diese Entwürfe habe ich für Daniel und Daniel meinen Pforzheimer Kommilitonen gebastelt.
Das IndoJumper Logo für eine junge Zielgruppe.
Für abenteuerlustige und unerschrockene, der etwas andere Snack.
Auch die Zutaten und der Strichcode dürfen bei der Verpackung nicht fehlen.
Sarah hatte die gleiche Hausaufgabe, nur diesmal sollte ich die Heuschrecken im oberen Preissegment positionieren. Nach einer Nacht mit viel Kaffee und Keksen war es geschafft.
Morgen treten die Gruppen gegeneinander an und stellen ihre Entwürfe vor. Ich bin gespannt wer gewinnt.
Und liebe Marktforscher, ich hätte gerne eine Umfrage zur Akzeptanz des Produkts in Deutschland – in diesem Sinne: Grüße nach Pforzheim!
Nein, nicht das Kampfschwimmerabzeichen, sondern "Genuss" auf indonesisch - Kenikmatan.
Die Goldornamente mit Weinblättern und Heuschrecken, aber manch einer findet auch Froschschenkel seien eine Delikatesse.
Das schwarze Symbol zeigt an, dass dieses Produkt Halal ist, was mit dem Koscher-Zeichen zu vergleichen ist, eben nur für Muslime.
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| Von Unser Auslandssemester in Indonesien |
6:50 Uhr: Wir biegen von unserem Viertel auf die Jalan Kaliurang ein, letzte Woche wütete hier der Tornado, heute hat der Verkehr die Straße wieder fest im Griff und der besteht zu neunzig Prozent aus Rollern. Sarah ruft, ich soll einen Schulterblick beim Überholen machen und während ich noch überlege was das sein soll, drängelt sich vor mir eine vierköpfige Familie auf einer Vespa vorbei. Ich bremse und muss auf den Gehweg ausweichen – alles ganz normal. Auch der Linksverkehr ist reine Gewöhnungssache.
7:05 Uhr: Ein bisschen zu spät erreichen wir die UGM, aber immerhin sind wir angekommen, der Dozent noch nicht. Die Indonesier sitzen alle auf einer Seite des Raumes, das liegt am Kollektivismus – die Weißen haben sich nach Neigungsgruppen verteilt. In der Klasse wird laut gekichert und es steht tatsächlich einer Schmiere, um die anderen zu warnen, wenn der Dozent kommt.. Er erscheint und beginnt die Vorlesung mit den Worten: „Lasst uns beten!“. Das tut nicht jeder Professor, aber er eigentlich immer. Ich starre Löcher in die Wand und werde es für die nächsten zweieinhalb Stunden fortsetzen.
8:15 Uhr: Halbzeit von Runde eins. Die dritte Gruppe präsentiert ihre innovative Geschäftsidee, die darin besteht Batik-Kleidung im Internet zu verkaufen. Da fällt mir ein, Freitag ist Batik Tag, die Regierung legt also allen Indonesiern nahe, Batik zu tragen um damit die Kultur zu erhalten. Vielleicht sollten wir in Deutschland den Lederhosentag einführen. Ich schweife mit den Gedanken ab und nutze die Gelegenheit um mich ins Computerlabor zu verziehen - Hausaufgaben für die nächste Vorlesung ausdrucken. Die Labore sind modern und es funktioniert meist alles reibungslos, das einzige was gelegentlich nervt ist, dass der USB-Stick nach einmal einstöpseln in den Uni-Rechner mit unzähligen Viren, Trojanern und sonstigem Ungeziefer verseucht ist.
11:00 Uhr: Ich sehe Licht am Ende des Tunnels. Mir reichen schon die neunzig Minuten in Pforzheim und hier nun zweieinhalb Stunden einen Vortrag nach dem anderen zu zuhören macht mich ungeduldig. Dafür habe ich in diesen fünf Stunden zwei Drittel meines gesamten Wochenpensums abgesessen und kann mich auf Freitag freuen, da habe ich nur eine Vorlesung, gleich nach dem Mittagsgebet.Doch der Berg ist steil und nicht leicht zu begehen, so steil dass nach etwa zwei Stunden Wanderung nur noch eine kleine Gruppe von drei Leuten plus Führer übrig blieb. Während sich die restlichen Fünf in der Berghütte ausruhten, hieß es für Daniel, Marius und mich, uns Meter um Meter nach ob zu kämpfen und das Brennen in unseren Oberschenkeln mit dem Gedanken zu vertreiben, dass wir bald einen atemberaubenden Sonnenaufgang sehen würden. Und so war es. Zwar machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und wir konnten nicht ganz hinauf, da die obere Spitze des Vulkans von einer dicken Wolkendecke eingehüllt war und in der Ferne Blitze zuckten, aber das ist eben die Natur. Und so saßen wir um 5:30 Uhr auf der zweiten Ebene unter dem Gipfel und sahen, wie sich die Sonne über den Horizont schob. Der Wind pfiff und die Wolken verdunkelten beim Vorbeifliegen den Himmel und die umliegenden Täler, nur um Sekunden später wieder alles in der Glutröte der Morgensonne erstrahlen zu lassen.
Nach Stunden des Aufsteigens können wir die Aussicht genießen. Albert Pusch
How to cook a snake? – Unter diesem Motto könnte der letzte Samstag auch als exotischer Kochkurs durchgehen. Mit einem Tag Verspätung kommt hier das Video zu unserem etwas anderen Dinner. Leider gab es keine Kobra, die groß genug war um uns alle satt zu machen, also mussten wir eine kleine Python nehmen. Etwas durchgeknallt habe ich mich schon gefühlt, als ich mit der Kamera in die Schlangenkäfige gekrochen bin, um noch bessere Aufnahmen zu machen. Außerdem bin ich beim Filmen häufiger gegen andere Käfige gestoßen und habe mich beim Umdrehen dreimal zu Tode erschrocken. Hier werden Tiere gehandelt, die ich in meinem Leben noch nicht gesehen habe, den Eintrag gibt es in einigen Wochen. Als ich nach dem Marktbesuch mit dem Roller nach Hause gefahren bin, baumelte an einem Haken unter mir in einer Plastiktüte der Schlangenkopf. Es hat sich geloht, die Videos sind fertig und wie ich denke interessant geworden. Ich hoffe, dass sich nicht zu viele Tierfreunde beschweren und über dieses Video motzen. Die Tierhaltung und Schlachtung ist hier nicht gerade einwandfrei, aber dieses Land hat so viele offene Baustellen, dass Tierschutz nicht gerade an oberster Stelle steht.
Nicht weit entfernt der nordwestlichen Küste Lomboks befindet sich der bildliche Inbegriff eines tropischen Paradieses. Ein Trio aus winzigen Korallen umsäumten Inseln, jede gesegnet mit weißen Sandstränden und türkis schimmerndem Wasser, in dem es vor bunt schillernden Rifffischen nur so wimmelt. So wurde uns die kleine Inselkette im Reiseführer angepriesen, weiterhin versprach dieser uns volle Entspannung, Spaß und ganz besondere Unterwasserwunder. Wer kann da widerstehen! Nur kann so ein Büchlein ja viel versprechen, wie es wirklich war? Hm… eine Mischung aus einer Raffaelo-Werbung und kennt ihr den Film the Beach? Ja so etwa, nur schöner. Das Motto der Insel, die wir uns ausgesucht haben, namens Gili Trawangan, heißt “No pollution – No police!“ Ursache des Ersteren: Es gibt nicht ein motorisiertes Vehikel auf der ganzen Insel, einzige erlaubte Fortbewegungsmittel sind von geschmückten Pferden gezogene Kutschen und Fahrräder. Folge des Letzteren: Magic Mushrooms und allerlei andere bewusstseinserweiternde Snacks werden angeboten, ja sogar umworben „Buy your ticket to the moon“.
Die Menschen dort sind, wie man sich gut vorstellen kann, sehr entspannt, tragen bunte Bildchen auf ihrer Haut, lieben das musizieren und können ihren Atem unglaublich lange anhalten. Doch Vorsicht, die Insel ist ansteckend, die Symptome dieses Fleckchen Erdes sind: stundenlanges dahingrinsen, angenehme Schläfrigkeit und das ständige Bedürfnis „welcome to my paradise“ zu pfeifen.
